Padre Sabino – was er in Mãe Luiza vorfand

Anlässlich des 10. Todestages von Pater Sabino Gentili wollen wir hier sein Leben und Werk in einer Beitragsreihe beleuchten und würdigen. Heute soll ein Blick auf die Geschichte „seines“ Viertels Mãe Luiza geworfen werden. Als sich Sabino Ende der 1970er Jahre in Mãe Luiza an den Straßenrand setzte, um auszudrücken: „Hier bin ich, ich bin für euch da, wenn ihr mich braucht“, war er sich nicht sicher, ob er gebraucht würde – und seines Lebens sicher war er auch nicht; Mae Luiza war eine der verrufensten Favelas (Slums) der Großstadt Natal. Ursprünglich wurden die Dünen zwischen Meer und Küstenwald „bode“ […]

Padre Sabino – sein Lebensweg

Anlässlich des 10. Todestages von Pater Sabino Gentili wollen wir hier sein Leben und Werk in einer Beitragsreihe beleuchten und würdigen. Sabino wurde 1945 als Sohn von Kleinbauern in Castel di Tora geboren. Das Dorf, 70 km nordwestlich von Rom, liegt malerisch in den Hügeln der Provinz Rieti und wird unter den schönsten Dörfern Italiens gelistet. Nichtsdestotrotz ist die Region aber seit langem von massiver Abwanderung betroffen. Sabino verließ mit  11 Jahren sein Elternhaus, um in einem Internat der Salesianer die Schule zu besuchen; die einzige Möglichkeit für einen höheren Schulabschluss in der Gegend. Danach folgte er seiner Berufung. Er […]

Pater Sabino – Der Prophet des Hügels

Nun werden es 10 Jahre, dass Pater Sabino Gentili völlig unerwartet im Alter von 61 Jahren bei einem Besuch in seiner Heimat Italien verstarb. Sabino, ohne den es weder unseren Unterstützer-Verein, noch das Sozial-pastorale Zentrum im armen Viertel Mãe Luiza gäbe. Aus diesem Anlass starten wir hiermit eine Beitragsreihe in der wir sein Leben und Werk beleuchten und würdigen. Sein Lebenswerk hat vielleicht nicht die ganze Welt verändert, aber viele kleine Welten all der einzelnen Menschen in Natal, denen er durch seine Arbeit zu einem menschenwürdigeren Leben verholfen hat. Viele Menschen in Mãe Luiza, aber auch in Penzberg, Kochel, Eggenthal, […]

Intercâmbio – Barbara Fischer für zweieinhalb Monate in Mãe Luiza

Barbara ist von April bis Juni in Brasilien, um in den Einrichtungen mitzuhelfen und wertvolle Erfahrungen zu sammeln. Aus Natal schreibt sie uns. Samstag, 16. April: Nach der 30-stündigen Reise wurde ich am Flughafen sehr herzlich empfangen. Zunächst war ich überrascht von Grün und von den guten Straßen, diese verschlechterten sich aber, je weiter wir uns vom Flughafen entfernten. Auf der Fahrt durch Natal kam ich aus dem Schauen und Staunen nicht mehr raus, weil es so viel Neues gab. Die Grenze zu Mãe Luiza ist nicht zu übersehen. Die Häuser und Straßen werden plötzlich deutlich schlechter. Das Haus von […]

Sport gegen den Mord

In hoffnungsvolles, aber fast schon ungläubiges Staunen versetzte uns letztens die Nachricht, dass sich in den vergangenen beiden Jahren die Zahl der Morde im Viertel nahezu halbiert hat. Dieser Trend zeigt wieder einmal deutlich, wie wichtig und richtig die Entwicklungsansätze Padre Sabinos für Mãe Luiza waren und immer noch sind. Neben den vielen Ansätzen, die in den letzen 30 bis 40 Jahren verfolgt wurden, fällt in diesem Zusammenhang einer ins Auge, den Padre Sabino noch bis zu seinem Tod vor 10 Jahren engagiert angestoßen hat: Der Bau der Sporthalle des Viertels, die die Bewohner liebevoll und stolz zugleich „Arena do […]

Ostergruß aus Mãe Luiza

Herzliche Ostergrüße erreichten uns von unseren Freunden und Weggefährten Ion, Loyse, Joselia und Padre Roberio. Mit dem Wunsch, dass dieses Fest helfen möge, der Welt mehr Frieden, Liebe und Geschwisterlichkeit zu bringen. Dem schließen wir uns mit einem „grande abraço“ und zahlreichen „beijos“an! Ostern verströmt in Mitteleuropa so ein Gefühl des Neuanfangs, ein „Nun-geht-das-Jahr-richtig-los“-Gefühl. Die kalten Tage sind gezählt, die Natur erwacht zu neuem Leben. Auch für einen gläubigen Christen dürfte da die verheißene Heilsbotschaft nur ein Teil dieses Gefühls sein. Wie fühlt es sich wohl in einem tropischen Land wie im Nordosten Brasiliens an, Ostern zu feiern? Noch nicht […]

Weihnachtspost vom Centro Sócio

Da beschwere sich noch einmal jemand über unsere Post… der Weihnachtsgruß aus Brasilien jedenfalls war in diesem Jahr von Nikolaus bis Dreikönig unterwegs. Ob der Aufkleber „Einschreiben, Prioritário“ in Brasilien wohl bedeutet, dass der Brief mit einer Postkutsche durch besonders zuverlässiges Personal händisch transportiert wird?  🙂 Für alle, die sich gegrüßt fühlen wollen hier der poetische (und daher frei zu übersetzende) Text: Die Zeit Das Leben ist die Hausaufgabe, die uns zu bewältigen mitgegeben wurde. Ehe man sich versieht, ist Feierabend! Ehe man sich versieht, ist es Samstag! Bis man schaut ist es Weihnachten … Bis man schaut ist das […]

Adventspost aus Mãe Luiza von Joselia

Joselia schreibt uns einen adventlichen Brief aus Mãe Luiza: Liebe Freunde, es fehlt nur noch sehr wenig, dann feiern wir 30 Jahre Freundschaft und Partnerschaft mit Penzberg. Wenn ich von Penzberg spreche, sind damit noch viel mehr deutsche Freunde gemeint. Während dieser ganzen Zeit haben wir viel gelernt, viel verändert, viel unterrichtet, viel gekämpft und gemeinsam geträumt. Mãe Luiza ist das Viertel das sich entwickelt hat – dank seines Geistes, der für die Gemeinschaft kämpfte. Pater Sabino hat diesen Geist genährt. Heute können wir sagen, dass einige Lebensgrundbedürfnisse in unserer Gemeinde vorhanden sind, die früher nicht da waren wie Trinkwasser […]

Mãe-Luiza-Torbogen oder Mc-Donald’s-Rampe?

Wer etwas ungünstig am Strand vor Mãe Luiza steht, für den könnten die beiden Tore zum berühmten Schnell-Brater-M verschmelzen, wer an der Treppe steht, könnte sich nach St. Luis versetzt fühlen, zum berühmten „Gateway Arch“ – dem Tor zum Wilden Westen. Was hat es damit auf sich? Vor über einem Jahr – gerade während der Fußball-WM in Brasilien – ereignete sich in Mãe Luiza ein großes Unglück. Nach tagelangen Regenfällen war ein Hang abgerutscht. Viele Familien verloren ihre Häuser und ihr ganzes Hab und Gut. Wir hatten darüber berichtet, wie lange diese Unglücksstelle brach lag. Im Februar diesen Jahres begannen […]

Loyse Andrade erhält die Ehrenbürgerschaft der Stadt Natal

Am Abend des 1. Septembers 2015 machten sich einige Vertreter und Vertreterinnen des Espaço Solidário und des Centro Sócio (-Pastoral Nossa Senhora da Conceição), sowie der Gemeinde Mãe Luiza zusammen mit Familienangehörigen auf den Weg ins Rathaus von Natal. Sie wollten bei der feierlichen Übergabe der Ehrenbürgerurkunde an Loyse Andrade  dabei sein. Loyse, Frau des Kinderarztes Ion Andrade, ist seit den 80-er Jahren in Mãe Luiza aktiv und leitet unter anderem den Espaço Solidário. Zu diesem Anlass wurde den Anwesenden auch ein Film eines örtlichen TV-Senders gezeigt, der Loyse Andrade porträtiert. Ihre Familie, ihre Ausbildung und ihr Wirken zeigen die […]