{"id":1904,"date":"2018-02-18T19:57:20","date_gmt":"2018-02-18T18:57:20","guid":{"rendered":"http:\/\/maeluiza-penzberg.de\/wp\/?p=1904"},"modified":"2018-02-18T19:57:20","modified_gmt":"2018-02-18T18:57:20","slug":"was-macht-eigentlich-pfarrer-albrecht","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/maeluiza-penzberg.de\/wp\/?p=1904","title":{"rendered":"Was macht eigentlich Pfarrer Albrecht?"},"content":{"rendered":"<p><em><strong>Bei einem Besuch zum Nachmittagskaffee erz\u00e4hlt er aus seinem momentanen Leben, der Arbeit in Penzberg, von seinen \u00dcberzeugungen und der <\/strong><\/em><strong>GeRecht-Stiftung<\/strong><em><strong> f\u00fcr M\u00e3e Luiza.<\/strong><\/em><\/p>\n<p>Irgendwo im Niemandsland zwischen Schongau und Landsberg, wo mein Navi allm\u00e4hlich ratlos wird, treffe ich mich mit Pfarrer Konrad Albrecht.<br \/>\nHier befindet sich eine KZ-Gedenkst\u00e4tte, weil die Nazis in der N\u00e4he am Ende des Krieges eine KZ-Au\u00dfenstelle betrieben. Ansonsten gibt es viele Felder und W\u00e4lder, der Lech ist nicht weit. Albrechts Mitarbeiterin, Frau Braunm\u00fcller, kommt gerade von einem Spaziergang zur\u00fcck. Die beiden haben hier ein sch\u00f6nes Haus mit einem liebevoll gepflegten Garten. \u201eIm Paradies\u201c nennt Albrecht den Standort augenzwinkernd, dabei ist er aber immer noch der mit beiden Beinen ganz irdisch im Leben stehende Pfarrer im Unruhestand geblieben. Er ist auch noch als Aushilfspfarrer in der Region t\u00e4tig.<\/p>\n<figure id=\"attachment_1905\" aria-describedby=\"caption-attachment-1905\" style=\"width: 500px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/maeluiza-penzberg.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Bild1.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-1905\" src=\"http:\/\/maeluiza-penzberg.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Bild1.jpg\" alt=\"Herbstinterview Albrecht \/ Prantl\" width=\"500\" height=\"381\" srcset=\"http:\/\/maeluiza-penzberg.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Bild1.jpg 1000w, http:\/\/maeluiza-penzberg.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Bild1-300x229.jpg 300w, http:\/\/maeluiza-penzberg.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Bild1-768x585.jpg 768w, http:\/\/maeluiza-penzberg.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Bild1-700x533.jpg 700w, http:\/\/maeluiza-penzberg.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Bild1-520x396.jpg 520w, http:\/\/maeluiza-penzberg.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Bild1-360x274.jpg 360w, http:\/\/maeluiza-penzberg.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Bild1-250x191.jpg 250w, http:\/\/maeluiza-penzberg.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Bild1-100x76.jpg 100w\" sizes=\"(max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-1905\" class=\"wp-caption-text\"><em>Pfarrer Konrad Albrecht spricht \u00fcber die Partnerschaft mit M\u00e3e Luiza und \u00fcber seinen pastoralen Ansatz \u00a9 G. Prantl \/ FrKr ML<\/em><\/figcaption><\/figure>\n<p>Es geht ihm gut, nur das Herz spinnt ein bisschen. \u201eDrum ham de Kardiologen nochgschaugt, ob i \u00fcberhaupt a Herz hob. Meine fr\u00fcheren Gemeinden ham ja gsogt, dass i so a guads Herz h\u00e4tt, aber de Kardiologen, de glauben ja nix\u201c, scherzt er. \u2026 und sein linkes Ohr tut seit einem Radl-Unfall seinen Dienst nicht mehr, was ihm Verst\u00e4ndnisprobleme in gr\u00f6\u00dferen Gruppen bereitet; ihm, dem diverse konservative Gemeindemitglieder immer wieder bescheinigten, dass er auf dem linken Ohr zu gut h\u00f6re. Der HNO-Professor meinte seinerzeit zu seinem Ohr: \u201eWas tot ist, ist tot und Wunderheilung kann ich nicht.\u201c Abgesehen davon, dass dies Albrecht rein theologisch wurmte, meinte er dazu: \u201eWunderheilung muss gar nicht sein, eine ganz normale w\u00fcrde es auch schon tun.\u201c<\/p>\n<p>Albrecht war von 1982 bis 2000 in der Penzberger Pfarrei Steigenberg t\u00e4tig und bezeichnet dies als die \u201ewichtigste und intensivste Zeit\u201c seines Lebens. Viel hat er bewegt in Penzberg, aber auch schon vorher in Landsberg, Weilheim und Schongau und auch nachher in Apfeldorf und Inningen. Er war unkonventionell und modern, wie einige andere der theologischen \u201eKinder\u201c des II. vatikanischen Konzils, und hadert durchaus mit so einigen Entwicklungen in der katholischen Amtskirche. Wie sagte k\u00fcrzlich sein ehemaliger Penzberger Kollege: \u201eFr\u00fcher waren wir Jungen die Progressiven, die mit manchen Altpfarrern haderten, heute sind die Jungpfarrer teilweise die Konservativeren.\u201c<\/p>\n<p>Albrecht ist \u00fcberzeugt: Wir brauchen nicht den institutionalisierten \u201eSeelsorger\u201c, der von Zeit zu Zeit bei einer Messe f\u00fcr das Seelenheil der armen anwesenden S\u00fcnder opfert, sondern wir brauchen den \u201eMenschensorger\u201c vor Ort, der bei den allt\u00e4glichen Schwierigkeiten mit ihnen aush\u00e4lt, Impulse gibt und ganz konkret Hilfe zur Selbsthilfe leistet und organisiert. \u201eWas nicht pers\u00f6nlich ist, ist auch nicht christlich\u201c, spitzt er zu und zitiert Erich K\u00e4stner: \u201eEs gibt nichts Gutes, au\u00dfer man tut es.\u201c<br \/>\nDiese Philosophie zieht sich auch durch seine gesamte pastorale T\u00e4tigkeit, wie ein roter Faden. So gr\u00fcndete er in Penzberg eine Lernhilfe, die Behindertenkontaktgruppe \u201eSpa\u00dfv\u00f6gel\u201c sowie die \u201eFreunde Sabinos\u201c und den \u201eEine-Welt-Laden\u201c, aus denen sich unser Partnerschaftsverein entwickelte.<br \/>\nWas die Unterst\u00fctzung f\u00fcr M\u00e3e Luiza betrifft, so ist unter anderem mit seinen Impulsen ein Netzwerk entstanden, das dauerhaft Ver\u00e4nderungen m\u00f6glich macht.<\/p>\n<p>Damit ist er f\u00fcr die Partnerschaft M\u00e3e Luiza und f\u00fcr die Pfarrei(-engemeinschaft) Christk\u00f6nig jemand, dessen Lebenswerk bis heute wirkt. Dass er in den K\u00f6pfen vieler Pfarreiangeh\u00f6riger nicht mehr so pr\u00e4sent ist, mag an der Vereinigung der beiden Penzberger Pfarreien und dem fast schon 20-j\u00e4hrigen Weggang liegen, aber auch daran, dass er seine \u201eKinder\u201c stets in die Selbstst\u00e4ndigkeit entlie\u00df. \u201eEs freut mich nat\u00fcrlich, wenn ich sehe, dass das noch l\u00e4uft und sich weiter entwickelt. Wenn ich bei Jubil\u00e4en dann auch mitfeiern darf, freut mich das ebenso\u201c, sagt er.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/maeluiza-penzberg.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2014\/03\/Flyer_Gentili_Albrecht_Stiftung_2010_korr.pdf\" target=\"_blank\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-343 size-full alignleft\" src=\"http:\/\/maeluiza-penzberg.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2014\/01\/logo-ge-recht.png\" alt=\"Logo Stiftung GeRecht\" width=\"150\" height=\"100\" \/><\/a>Das letzte Projekt f\u00fcr Brasilien, das er noch zusammen mit Pater Sabino verwirklichte, sollte ein \u201eEwiges\u201c sein. \u201eEines Tages stand eine Frau aus der Gemeinde vor mir mit Geld in Plastikt\u00fcten.\u201c, erz\u00e4hlt Albrecht. Bei genauerer Betrachtung waren dies 50 000 \u20ac, die nach dem Willen der Spenderin Pater Sabino unterst\u00fctzen sollten, und das war noch gar nicht alles.<br \/>\nSabino h\u00e4tte gleich Verwendung f\u00fcr das Geld gehabt. Da \u00fcberlegte Albrecht aber, dass bei dieser Geldmenge M\u00e3e Luiza mit einer Stiftung dauerhaft mehr geholfen w\u00e4re. Letztlich konnte man dann von dem Geld den Bau der kleinen Turnhalle bei der Erg\u00e4nzungsschule \u201eCasa Crescer\u201c und andere Projekte unterst\u00fctzen und zugleich die Stiftung einrichten, die bald darauf schon den ersten Gewinn abwarf, welcher direkt nach Brasilien floss. Die jetzt so genannte \u201eGeRecht\u201c-Stiftung (zusammengesetzt aus den Namen der beiden Priester Sabino GEntili und Konrad AlbRECHT\u201c) ist eine Zustiftung (also nicht selbstst\u00e4ndig) der \u201eHelder-Camara-Stiftung\u201c unter der Verwaltung von Misereor. Solche Stiftungen sind f\u00fcr Unternehmen interessant. Aber auch Privatpersonen, die wollen, dass gr\u00f6\u00dfere Geldbetr\u00e4ge dauerhaft f\u00fcr einen guten Zweck \u201earbeiten\u201c, sind hier richtig. Nat\u00fcrlich kann man auch kleinere Betr\u00e4ge spenden, die dann nicht ins Stiftungskapital eingehen, sondern direkt in M\u00e3e Luiza landen, aber daf\u00fcr gibt es in Penzberg ja schon unseren Verein \u201ePartnerschaft M\u00e3e Luiza\u201c. \u201eDie Stiftung war nie als Konkurrenz zum Verein gedacht, sondern als \u201eewige\u201c Erg\u00e4nzung.\u201c, betont Albrecht immer wieder.<\/p>\n<figure id=\"attachment_1914\" aria-describedby=\"caption-attachment-1914\" style=\"width: 500px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"http:\/\/maeluiza-penzberg.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Bild4.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-1914\" src=\"http:\/\/maeluiza-penzberg.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Bild4-1024x599.jpg\" alt=\"Herbstinterview Albrecht \/ Prantl\" width=\"500\" height=\"292\" srcset=\"http:\/\/maeluiza-penzberg.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Bild4-1024x599.jpg 1024w, http:\/\/maeluiza-penzberg.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Bild4-300x175.jpg 300w, http:\/\/maeluiza-penzberg.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Bild4-768x449.jpg 768w, http:\/\/maeluiza-penzberg.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Bild4-700x409.jpg 700w, http:\/\/maeluiza-penzberg.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Bild4-520x304.jpg 520w, http:\/\/maeluiza-penzberg.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Bild4-360x210.jpg 360w, http:\/\/maeluiza-penzberg.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Bild4-250x146.jpg 250w, http:\/\/maeluiza-penzberg.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Bild4-100x58.jpg 100w, http:\/\/maeluiza-penzberg.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Bild4.jpg 1314w\" sizes=\"(max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-1914\" class=\"wp-caption-text\">Frau Braunm\u00fcller, Pfarrer Albrecht und Herr Prantl \u00a9 G. Prantl \/ FrKr ML<\/figcaption><\/figure>\n<p>Im Beirat der Stiftung finden sich Mitglieder der meisten Brasilien-Unterst\u00fctzergruppen, die Albrecht im Laufe seines Priesterlebens initiiert hat. Das hat den Vorteil, dass die Gruppen in Verbindung bleiben k\u00f6nnen. Denn der Grundgedanke jeder pastoralen Arbeit ist nach Albrecht ja, dass man nach au\u00dfen offen bleibt und sich vernetzt. Die Partnerschaft mit einer Favela in Brasilien soll ein Anliegen aller Christen in der Pfarrei sein, nicht ein Austausch von Verein zu Verein. \u201eIn M\u00e3e Luiza gibt es ja auch keinen \u201eBrasilienkreis\u201c oder \u201ePenzberg-Kreis\u201c\u201c, bemerkt er, \u201esondern es stehen die Menschen der Gemeinde dahinter.\u201c Es geht um das Bewusstsein des gemeinsamen Christ-Seins und um einen Glauben, der im Alltag hilft.<\/p>\n<p>\u2026 Wo wir wieder beim pastoralen roten Faden angelangt sind, und wo der unterhaltsame Nachmittag allm\u00e4hlich sein Ende nimmt.<br \/>\nIch bedanke mich recht herzlich und mein Navi findet anschlie\u00dfend auch den Weg zur\u00fcck in das Gedr\u00e4ngel des Alltags.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei einem Besuch zum Nachmittagskaffee erz\u00e4hlt er aus seinem momentanen Leben, der Arbeit in Penzberg, von seinen \u00dcberzeugungen und der GeRecht-Stiftung f\u00fcr M\u00e3e Luiza. Irgendwo im Niemandsland zwischen Schongau und Landsberg, wo mein Navi allm\u00e4hlich ratlos wird, treffe ich mich mit Pfarrer Konrad Albrecht. Hier befindet sich eine KZ-Gedenkst\u00e4tte, weil die Nazis in der N\u00e4he am Ende des Krieges eine KZ-Au\u00dfenstelle betrieben. Ansonsten gibt es viele Felder und W\u00e4lder, der Lech ist nicht weit. Albrechts Mitarbeiterin, Frau Braunm\u00fcller, kommt gerade von einem Spaziergang zur\u00fcck. 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