{"id":1124,"date":"2012-09-10T11:08:58","date_gmt":"2012-09-10T10:08:58","guid":{"rendered":"http:\/\/maeluiza-penzberg.de\/wp\/?p=1124"},"modified":"2014-08-20T11:19:10","modified_gmt":"2014-08-20T10:19:10","slug":"die-begegnung-der-dritten-art","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/maeluiza-penzberg.de\/wp\/?p=1124","title":{"rendered":"Die Begegnung der dritten Art"},"content":{"rendered":"<p><strong>Um die \u00dcberschrift zu erkl\u00e4ren: In Brasilien spricht man nach Kind- und Erwachsenen-Dasein bei den Alten auch vom 3. Alter (manchmal auch vom 4. Alter). Wir waren also mit den \u201cIdosos\u201d \u2013 den Senioren des Espaco Solid\u00e1rio \u2013 auf einem Spazierausflug im Naherholungsgebiet \u201cBosque dos Namorados\u201d (Wald der Verliebten) im Naturschutzgebiet \u201cParque das dunas\u201d.<\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_1125\" aria-describedby=\"caption-attachment-1125\" style=\"width: 225px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-1125 size-medium\" title=\"\u00a9 Joachim \/ FrKr ML\" src=\"http:\/\/maeluiza-penzberg.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/bras_12-idosos1-c-joachim_0499-frkr-ml-225x300.jpg\" alt=\"Bild im Parque das dunas\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"http:\/\/maeluiza-penzberg.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/bras_12-idosos1-c-joachim_0499-frkr-ml-225x300.jpg 225w, http:\/\/maeluiza-penzberg.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/bras_12-idosos1-c-joachim_0499-frkr-ml.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1125\" class=\"wp-caption-text\">Klein, aber mit gro\u00dfem langem Leben, von dem sie zu erz\u00e4hlen wei\u00df: Maria Gon\u00e7ala<\/figcaption><\/figure>\n<p>Normalerweise werden alle zwei Wochen solche Ausfl\u00fcge unternommen. Da werden der VW-Bus und ein gr\u00f6\u00dferer Kombi voll gepackt und los gehts. Dieses Mal waren auch noch Privatautos dabei, um alle hin zu bringen. Auch Rollstuhlfahrer und geistig nicht mehr ganz so wache Bewohner werden mitgenommen, und es macht ihnen sichtlich gro\u00dfen Spa\u00df.<\/p>\n<p>Zugegeben \u2013 die Verst\u00e4ndigung war nicht ganz einfach. Auch bei uns sind ja falsche Z\u00e4hne und k\u00f6rperliche oder geistige Gebrechen schon eine Herausforderung f\u00fcr die Verst\u00e4ndigung, wenn dann noch eine grundlegende sprachliche Barriere dazu kommt, dann wird es schwierig, aber irgendwie klappte es doch.<br \/>\nBei vielen ging es langsam voran, wir f\u00fchrten sie alleine oder zu zweit. Andere mussten mit dem Rollstuhl gefahren werden, was unsere marathon-begeisterte Gisela gleich zu einem Rollstuhl-schiebe-Wettrennen veranlasste.<\/p>\n<p>In diesem Naherholungsgebiet sind gro\u00dfz\u00fcgige Wege angelegt und man befindet sich mitten in der Natur. Ein paar Affen springen durch die B\u00e4ume, am Wegesrand wachsen fremde Pflanzen, auch Ananas und \u00c4hnliches.<br \/>\nAn ein paar B\u00e4nken angekommen machten wir Brotzeit und einige Idosos begannen aus ihrem Leben zu erz\u00e4hlen.<\/p>\n<p>Da ist Jovelina, die \u201cWasserverk\u00e4uferin\u201d, die in M\u00e3e Luiza jeder kannte, aber nicht unter ihrem richtigen Namen. Sie lebt schon einige Jahre im Espaco Solid\u00e1rio, hat einige Probleme mit der Erinnerung, erinnert sich aber stets mit einem L\u00e4cheln an die Vergangenheit.<br \/>\nDann eine herzige kleine knochige steinalte Frau, die zu den ersten Bewohnern in M\u00e3e Luiza \u00fcberhaupt geh\u00f6rt:\u00a0Maria Gon\u00e7ala. Sie erz\u00e4hlt von ihren beinahe unz\u00e4hligen Kindern, vom Mann, der in Italien im zweiten Weltkrieg gek\u00e4mpft hat, von ihren Eltern, die sie fr\u00fch verloren hat. Sie wohnte ganz allein, bevor sie ins EspSo kam.<br \/>\nSchicksale, die vom Kampf ums \u00dcberleben im Nordosten berichten, von Zuf\u00e4llen und Schicksalsschl\u00e4gen, von Entwurzelung, aber auch von Erfolgen, von \u201ces geschafft haben\u201d \u2026 und alle scheinen irgendwie zur Ruhe gekommen zu sein und eine Heimat im EspSo gefunden zu haben. In dieser Einrichtung ist so viel Z\u00e4rtlichkeit, so viel Gelassenheit und so viel Leben, dass es eine Freude ist.<\/p>\n<figure id=\"attachment_1126\" aria-describedby=\"caption-attachment-1126\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-1126 size-medium\" title=\"\u00a9 Joachim \/ FrKr ML\" src=\"http:\/\/maeluiza-penzberg.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/bras_12-idosos2-c-joachim_0497-frkr-ml-300x225.jpg\" alt=\"Im Parque das dunas\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"http:\/\/maeluiza-penzberg.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/bras_12-idosos2-c-joachim_0497-frkr-ml-300x225.jpg 300w, http:\/\/maeluiza-penzberg.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/bras_12-idosos2-c-joachim_0497-frkr-ml.jpg 800w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1126\" class=\"wp-caption-text\">Ein Spaziergang durch den &#8222;Bosque dos Namorados&#8220; (Wald der Liebenden)<\/figcaption><\/figure>\n<p>Der Heimweg war dann wieder echt brasilianisch. Ein PKW musste dringend weg, deshalb hatten wir zur R\u00fcckfahrt deutlich zu wenig Sitzpl\u00e4tze. So wurden im VW-Bus 11 Leute untergebracht und im Kombi 8 Leute \u2013 auch im Kofferraum sitzt man offenbar ganz gut.<br \/>\nWobei zum VW-Bus noch zu sagen w\u00e4re, dass dieser schon altersschwach ist. Die beiden Sitzb\u00e4nke hinten bewegen sich bei jeder Bremsung und Beschleunigung und eines Tages in der zweiten Woche fehlte seitlich das Schiebefenster. Es muss wohl irgendwann herausgefallen sein. Das st\u00f6rt aber nicht wirklich, da man bei den Temperaturen eh Frischluft im Auto braucht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Um die \u00dcberschrift zu erkl\u00e4ren: In Brasilien spricht man nach Kind- und Erwachsenen-Dasein bei den Alten auch vom 3. Alter (manchmal auch vom 4. Alter). 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