{"id":1021,"date":"2012-08-16T18:52:56","date_gmt":"2012-08-16T17:52:56","guid":{"rendered":"http:\/\/maeluiza-penzberg.de\/wp\/?p=1021"},"modified":"2014-08-16T19:03:42","modified_gmt":"2014-08-16T18:03:42","slug":"die-gretchenfrage-reisen-und-entwicklungshilfe","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/maeluiza-penzberg.de\/wp\/?p=1021","title":{"rendered":"Die Gretchenfrage &#8211; Reisen und Entwicklungshilfe"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die Gretchenfrage ist hier nicht: \u201cHeinrich, wie h\u00e4ltst du es mit der Religion\u201d, und die Antwort wird hoffentlich auch nicht so schwammig sein.<\/strong><br \/>\n<strong> Die Frage ist wohl eher: \u201cWarum fahrt\u2019s es do hin und her, wo ma noch des Goid aa ois spendn kannt?\u201d<\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_1022\" aria-describedby=\"caption-attachment-1022\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"http:\/\/maeluiza-penzberg.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/bras_12-farol-c-frkr-ml.jpg\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-1022 size-medium\" title=\"\u00a9 Gerhard \/ FrKr ML\" src=\"http:\/\/maeluiza-penzberg.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/bras_12-farol-c-frkr-ml-300x225.jpg\" alt=\"Bild des Nataleser Leuchtturms\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"http:\/\/maeluiza-penzberg.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/bras_12-farol-c-frkr-ml-300x225.jpg 300w, http:\/\/maeluiza-penzberg.de\/wp\/wp-content\/uploads\/2014\/08\/bras_12-farol-c-frkr-ml.jpg 800w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-1022\" class=\"wp-caption-text\">Der Leuchtturm von Natal steht direkt in Mae Luiza. Meistens das einzige aus Mae Luiza, worauf man in Natal stolz ist.<br \/> Dennoch: Das Modell der Entwicklung, wie es in Mae Luiza von Sabino entwickelt wurde und bis jetzt in seinem Geist fortgef\u00fchrt wird, hat sich brasilienweit einen Namen gemacht.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Diese Frage ist schon alt, weil sie (so \u00e4hnlich) sogar die J\u00fcnger Jesu gestellt haben, als eine Frau (war es Maria Magdalena?) ihm kiloweise Pflege\u00f6l \u00fcber die F\u00fc\u00dfe gekippt hat, anstatt es zu verkaufen.<\/p>\n<p>1. (frei nach Pater Sabino) Was willst du erz\u00e4hlen, wo ist dein Herz, wenn du von den Projekten sprichst, die dringende Unterst\u00fctzug brauchen, und du hast im Grunde keine Ahnung davon?<\/p>\n<p>2. Wir machen hier nat\u00fcrlich auch Urlaub und wer br\u00e4uchte das nicht wenigstens einmal im Jahr.<\/p>\n<p>3. Geld aus dem Partnerschaftsverein wird f\u00fcr unsere Reise nat\u00fcrlich nicht verwendet. Wir finanzieren alles selbst.<br \/>\nWenn Brasilianer nach Deutschland kommen, die sich diese Reise nicht leisten k\u00f6nnen, dann wird das Ganze \u00fcber Sponsoring finanziert oder \u00fcber spezielle Spenden, die explizit daf\u00fcr gegeben wurden. Oft k\u00f6nnen auch F\u00f6rdergelder angezapft werden, weil hier ja oft auch Fachkr\u00e4fte- und Jugendaustausch stattfindet.<br \/>\nDas Konto des Partnerschaftsvereins ist nur f\u00fcr die Unterst\u00fctzung der Arbeit vor Ort in M\u00e3e Luiza zust\u00e4ndig, wir sind kein Reiseb\u00fcro f\u00fcr Bed\u00fcrftige.<\/p>\n<p>4. Wenn sich manche der im Centro Arbeitenden den Flug nach Deutschland sogar halbwegs selbst finanzieren k\u00f6nnen, warum muss dann M\u00e3e Luiza noch unterst\u00fctzt werden? Weil es hier um den nachhaltigen Bestand von wesentlichen Anlaufstellen in M\u00e3e Luiza geht! Wenn dabei einige Menschen es schaffen mehr oder weniger eine \u201cMittelschicht\u201d zu werden, umso besser. Reich wird davon sicher keiner. Hier geht es um Knochenarbeit an der Basis, um die grundlegenden Ungerechtigkeiten, in einem Land mit riesigen Problemen und riesigen sozialen Gegens\u00e4tzen, Schritt f\u00fcr Schritt zu ver\u00e4ndern.<\/p>\n<p>5. Lohnt das Ganze? Wir k\u00f6nnen die Welt doch eh nicht ver\u00e4ndern! \u2026 Echt nicht? Vielleicht nicht die Ganze, aber die Arbeit im Geiste Pater Sabinos hat schon sehr viele kleine Welten von sehr vielen einzelnen Menschen ver\u00e4ndert.<\/p>\n<p>Wer schon einmal in die Augen derer geschaut hat, deren Arbeit wir hier unterst\u00fctzen oder in die Augen derer, die Nutznie\u00dfer dieser Arbeit sind, n\u00e4mlich die Armen, die Kinder, die alten Menschen, der wei\u00df, dass wir auch hier wesentlich mehr bewirken, wenn wir nicht nur Geld transferieren sondern vor Ort sind.<\/p>\n<p>Wir sind die Freunde aus Deutschland, wir sind die, welche den Benachteiligten das Gef\u00fchl geben, dass sie jemand achtet und als wertvoll erkennt, wir sind die, die Mut geben, die auch den Blick der Menschen erweitern, welche \u00fcber ihr Viertel oft noch nie hinaus gekommen sind.<\/p>\n<p>Ganz abgesehen davon sind auch wir die Beschenkten. Wir erleben die unglaubliche Lebensfreude, die uns in unserer deutschen Sattheit und Madig-Macherei oft verloren geht. Wir merken wieder, in welcher materiellen Unbeschwertheit wir leben k\u00f6nnen, wir nehmen Anteil an der Entwicklung im Viertel und freuen uns mit, wenn wieder etwas gelungen ist und vorw\u00e4rts geht.<br \/>\nWir wissen letztendlich einfach, dass es sich lohnt f\u00fcr andere und mit anderen an einer besseren, gerechteren Welt zu arbeiten.<br \/>\nDaf\u00fcr m\u00fcssen sich Herzen begegnen \u2013 nicht Geldbeutel<br \/>\nDenn: Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist f\u00fcr die Augen unsichtbar. (A. de Saint Exupery)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Gretchenfrage ist hier nicht: \u201cHeinrich, wie h\u00e4ltst du es mit der Religion\u201d, und die Antwort wird hoffentlich auch nicht so schwammig sein. 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